Heute stelle ich euch wieder einen Presseartikel von Vivara.de vor. Das Thema ist diesmal „Hummelsterben – Woran es liegt und was kann man tun“. Hummeln sind ja bekannt als Wunder der Natur, denn aus rein wissenschaftlicher Sicht sollten diese Insekten gar nicht fliegen können, aber sie tun es. Außerdem können sie immer vor den Bienen auf Pollenjagd gehen, denn durch ihre Haare auf dem Rücken können sie ihren Körper schon bei niedrigeren Temperaturen erwärmen und fliegen. Aber auch diese Tier, die genau wie die Bienen, für die Bestäubung der Blüten sehr wichtig. Dazu brauchen sie aber ein artgrechtes Umfeld mit Pflanzen, denen ihnen die Energie liefert. Aber leider werden diese immer weniger und ein Hummelsterben ist genauso schlecht für die Natur, wie das Bienensterben. Dazu jetzt mehr im Artikel von Vivara,de

Hummel auf Lavendel

Hummel auf Lavendel – Foto: Jürgen Müller-Tischer 2016

Hummelsterben – Woran es liegt und was man tun kann

Es ist mittlerweile bekannt, dass der Bestand an Bienen stark zurückgeht und dass hier etwas unternommen werden muss. Aber wenn man zur Zeit spazieren geht, sieht man am Boden oftmals nicht Bienen, sondern tote Hummeln liegen, teilweise auch in grosser Anzahl. Aber wieso sterben die  Hummeln eigentlich; es ist doch Sommer und alles blüht?

Das Hummelsterben wird in vielen Fällen mit der Blütezeit der Lindenbäume in Verbindung gebracht. Diese locken die Hummeln mit ihrem süssen, aromatischen Duft, bieten aber zu wenig Nektar und Pollen. Die bereits geschwächten Hummeln verlassen den Unterschlupf und  verbrauchen Energie, um die stark duftenden Lindeblüten zu besuchen; dort  finden sie schlichtweg aber nicht genug Nahrung, da die Bäume einfach von zu vielen Insekten besucht werden.

Nahrungsmangel

Der Hintergrund, dass Nahrungsmangel für das Hummselsterben sorgt, liegt in der Anzahl und der Blütezeit der potenziellen Nahrungsquellen begründet. Da das Angebot an Lebensräumen und Nahrung in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind, ist Distanz und Timing (überlebens)wichtig. Wenn man sich den Fall der Linde genau betrachtet, so gibt es unterschiedliche Lindenarten, welche zu unterschiedlichen Zeiten blühen und Nahrung bieten können, wie die Sommerlinde (Blütezeit Juni), Winterlinde (Blütezeit im Juni – Juli) und Silberlinde (Blütezeit Juli-August). Während Sommer- und Winterlinde überlappend blühen und so für viel Nahrung zur Aufzucht des Volkes sorgen, finden Hummeln während der späteren Blütezeit der Silberlinde sowieso schon weniger Nahrung – ganz einfach, weil dann viel weniger Blüten blühen. Das Bedürfnis der gewachsenen Hummelvölker sowie der andere Insekten kann der Bestand der Silberlinden nicht auffangen;  die Bäume bieten nicht genug Futter für alle nahrungssuchenden Insekten und so fallen viele von ihnen der erfolglosen, mitunter längeren, Reise zum Opfer. Dieses Problem kann natürlich auch an anderen Stellen vorkommen, an denen Hummeln und anderen Insekten nur weniger zentrale Orte zur Nahrungssuche zur Verfügung stehen; nicht nur bei Linden.

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Hummel auf Diestel – Foto: Jürgen Müller-Tischer 2016

Was kann man tun, um zu helfen

Ob Garten oder Balkon – jede tierfreundlich bepflanzte Stelle kann Hilfe bieten. Zumal Hummeln auch dankbare Gäste sind, denn sie sind friedlich und stechen nur äusserst selten.  Ausser dem Summen aus Richtung der Pflanzen wird man sie so kaum bemerken. Man kann den Hummeln gezielt helfen, indem man dafür sorgt, dass sie den Sommer über mehr „hochwertige“ Nahrung in Form von Pollen und Nektar  finden und sich am Ende der Blütezeit nicht nur auf eine Quelle verlassen müssen. Denn: Hummeln sind Gewohnheitstiere und suchen oftmals bekannte Pflanzen auf, da diese weniger  Umstellung – und so auch Mühe – benötigen. Eine Anlaufstelle, die den Sommer über blüht, bietet hier eine gewisse Stabilität. Für wiederholenden Besuch.

Womit bietet man geeignete Nahrung? Mit nektarreichen Pflanzen, die im Sommer blühen, vor allem von Juni bis August. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass eine Vielfalt an Pflanzen vorhanden ist, damit der Nahrungsvorrat nicht zu schnell erschöpft ist. So können sowohl unterschiedliche Pflanzen als auch mehrere Ausgaben einer Pflanze gepflanzt werden. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass die Pollen und Nektar in den Blüten für die Tiere leicht zugänglich sind, also keine geschlossenen Blüten aufweisen. Der Begriff „Trachtpflanzen“ beschreibt nektar- und pollenreiche Pflanzen; diese sind die richtige Wahl wenn sie Hummeln (und Bienen) helfen möchten.

Hummel auf Fetthenne - Foto: vivara.de

Hummel auf einer Fetthenne (Sedum-spectabile) – Foto Vivara,de

Sie können hierbei aus einer Vielfalt Gartenpflanzen, Kräutern, Wildpflanzen usw. wählen. Einige Beispiele sind:

  • Sommerflieder
  • (Anis-)Ysop
  • Rhododendron
  • Garten-Löwenmaul
  • Thymian
  • Weissdorn
  • Wildrosen (ungefüllt)
  • Fetthenne
  • Dost
  • Löwenzahn
  • Nachtkerze
  • Roter Hartriegel
  • Lavendel u.v.m.

So tun Sie etwas Gutes für Hummeln (und Wildbienen) und können sich zeitgleich an einem lebhaften, blühenden Garten erfreuen, der den ganzen Sommer über farbenfrohe Blüten trägt. Auch das Bereitstellen eines geeigneten Unterschlupfes, wie ein Hummelkasten/ eine Hummelnisthilfe oder naturbelassenen Ecken im Garten (z.B.Komposthaufen, Bereiche mit Erde, hohle Baumstämme) , kann deutlich helfen, denn bei einer Kombination aus Unterschlupf und Nahrung an einem Ort, verringert sich die zu zurücklegende Distanz zum „Wiederauftanken“.

Finden Sie eine geschwächte Hummel im Garten, können Sie diese mit einem Stück Papier vorsichtig aufheben und an einen sicheren Ort bringen. Hier können Sie ihr mithilfe eines Teelöffels lauwarme Zuckerlösung als Nahrung anbieten, sodass sie wieder zu Kräften kommt.

Fliegende Hummel am Lavendel

Fliegende Hummel am Lavendel – Foto: Jürgen Müller-Tischer

Möchten Sie auch gezielt Bienen und Schmetterlingen helfen?

Auf www.vivara.de/bienen-helfen  und www.vivara.de/schmetterlingen-helfen  finden Sie hierzu hilfreiche Tipps und Pflanzenempfehlungen.

 

Pyramideneulen-Tipp

Ein weitere Möglichkeit den Hummeln zu helfen ist es, wenn man im Frühjahr eine lauwarme Zuckerlösung anbietet. Dann kommen die Königinnen aus dem Winterversteck und sind noch sehr geschwächt. Gerade wenn es noch nicht so viele blühende Pflanzen gibt. Die Zuckerlösung kann man in einem flachen Teller anbieten, damit die Tiere nicht die Zuckerlösung hereinfallen.

Auch kann es vorkommen, dass unter einer Pflanze oder um eine Pflanze herum vermehrt tote oder geschwächte Hummeln liegen. Dies kann die Tat der Wollbiene sein, denn diese sticht Hummeln und Bienen in die Flügel. Diese sind dann nach einer Zeit gelähmt und die Hummel kann nicht mehr fliegen und verendet. Dies ist dann leider die „Natur“. Sie ist schön, kann aber auch erbarmungslos sein.

Wichtig zu wissen ist, dass ein hummel- und bienenfreundlicher Garten nicht zu mehr Hummel- und Bienenstichen führt. Denn Hummel sind harmlos und stechen nur bei akuter Gefahr, genau wie eine Biene.

Und noch eine Bitte: Zu ordentlich und reinlich muss ein Garten nicht sein. Ein paar blühende Unkräuter sind manchmal sehr hilfreich. Auch eine wilde Distel ist perfekt für Hummeln. Also nicht gleich abschneiden.

Eure  Pyramideneule

 

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